2018 | Hyggelig gelandet

Ja, auch ich bin im neuen Jahr angekommen. Ich hab es mir aber heuer sehr hyggelig gemacht. Ich hab vor Weihnachten keinen Pahöö veranstaltet, und auch der Jahreswechsel lief tiefenentspannt ab. Und jetzt, im neuen Jahr – ziemlich hygge bei uns! Ich mag diesen Hype – nein, eigentlich mag ich nur das Wort! Der Hype ist mir ziemlich Powidl, das Gefühl dahinter und rundherum ist eher das, was mir gerade sehr gelegen kommt! Bin mal wieder voll im Trend. Kenne das Feeling schon länger. Jetzt gibts ein Wort dafür, dass auch hierzulande verstanden wird. Zeit ist’s g’worden!

Hyggelig – was ist das eigentlich?

Ich hab den Wiki befragt, und der sagt folgendes über hyggelig:

Hyggelig (ursprünglich dän. und norw. [‘hygəli], eingedeutscht [‘hʏgəliç] oder, wohl in Analogie zu hügelig, [‘hyːgəliç]) ist ein im Dänischen und Norwegischen häufig verwendetes Adjektiv, das wörtlich „gemütlich“, „angenehm“, „nett“ und „gut“ bedeutet.[1] Darüber hinaus hat hyggelig auch weitere, durchweg positiv belegte Konnotationen wie „geborgen“, „intim“, „behaglich“, „im trauten Heim“, „lieblich“, „malerisch“, „Trost spendend“, „klein, aber fein“, „niedlich“. Diese Bedeutungen umfassend wird der Begriff oft im Sinne von „typisch dänisch“ auch von Dänen selbst als nationales Stereotyp gebraucht. nachzulesen hier

Hätten wir das mal geklärt.

Ja, ich mags gemütlich, nett und geborgen. Ja, auch klein aber fein spiegelt unser neues, altes Wohngefühl ziemlich gut. Intim spielts zwar gerade nicht so intensiv, aber im trauten Heim ists fein – und stressen lassen wir uns bestimmt von nix und niemanden!

Jetzt aber mal ehrlich – wer hätt es nicht gern “hyggeliger” im Leben? Wie sieht dieses hyggelig im Echtbetrieb aus? So ungefiltert und ohne Inszenierung? Bin ich die einzige, die nicht Bio-Öko-Duftkerzen aufstellt und sich in die selbstgestrickte Wolldecke hüllt und sich trotzdem einen Haxen freut, wenns einfach mal nur chillig und gemütlich ist?

Hyggelig leben mit Kind/ern

Funktioniert garantiert. Wenn sie schlafen. Vermute ich. Kann ich nicht wirklich bestätigen das “MIT Kindern”. Also die Duftkerze würde ich mal aus Prinzip weglassen … solange bis sie “Kerze” und “Feuer” schreiben können. Das mit der Wolldecke ebenso. Das ist gerade beim ersten mal einwickeln super, spätestens beim 10. Mal “Mama, die ist nicht gerade” war’s das mit dem hygge….

Ich kann auch das Kinderzimmer aufräumen und mit Holzspielzeug, Bastkörberln und Co. total auf-hyggen, aber – die Kinder müssen zeitgleich fremdbetreut sein. “Mama, warum darf ich damit nicht spielen???” “Weils sonst kaputt wird, und das Foto nicht ….NEIIIIIN”. Mach ich nicht! Soviel zu hyggelig mit Kindern. Ja, wenn sie schlafen – in ihren eigenen Betten – und ich in meinem – und ich hab keine Zechaln und Ellbogen und Haare im Gesicht, Bauch oder sonstwo, ja, da ists möglicherweise hyggelig. So furchtbar schön das Kuscheln mit den kleinen Rabauken ist, so furchtbar ungemütlich finde ich persönlich das nächtliche Bett-Sharing bei dringendem, überfälligen Schlaf-Bedarf! Ja, auch ich habe Bedürfnisse – und Wünsche.

Hyggelig leben mit dem Partner

Funktioniert garantiert so gut, wie mit den Kindern. Der hat nämlich auch wenig Sinn für Duftkerzen und Wolldecken-Romantik. Generell hat er aber schon das Bedürfnis nach mehr hygge im Alltag, aber irgendwie kommen uns da ständig zwei Rabauken in die Quere. Die haben nämlich nur eines im Sinne – sie hängen nämlich abwechselnd auf Mama ODER Papa ab. Also im Doppelpack. Und meistens suchen sie sich genau denjenigen aus, der gerade speziell erhöhtes Hygge-Bedürfnis hat, also den der gerade ziemlich zart besaitet ist, wenns um Konsum von Ruhe und Freiraum geht. Letztens erlebt am Wochenende … Learning: sprich deine Wünsche nie laut vor deinen Kindern aus, sie verstehen alles, wenn sie nicht sollen.

Wir haben laut ausgesprochen: Mensch das wär heut ein perfekter Tag zum Kamin einheizen, chillen und lesen. Machma? Machma! Ausgesprochen und mit der Umsetzung gestartet haben wir – in der selben Sekunde wuseln zwei kleine Wilde zwischen den Haxen herum während man versucht das Feuer zu machen. Kaum brennts und man ist bereit zum Couch belagern, startet eine Polsterschlacht. Ist dann nicht mehr so gemütlich – ohne Pölster im Kreuz. Will man den Kindern mit Hörspiel oder Kinderdisco im Nebenzimmer eine Freude machen, ist die finale Belagerung garantiert. Nix mit hygge, dafür wird das Wohnzimmer kurzerhand zum Zentralbahnhof umgebaut. Auch schön, aber eben nicht hygge. Weil der Kaffee wird kalt und das Buch/die Zeitschrift werden um eine Staubschicht reicher! Zweisames herumhyggeln wird uns wohl erst mit der Pubertät der Kinder wieder vergönnt sein … was sagen die Experten?

Hyggelig durch die Woche

Das Leben mit Kind und Kleinkind setzt manche persönlichen Bedürfnisse in einen Stand-by-Modus. Geduld ist gefragt. Egal ob es ein einzelner Tag ist, bis die Rabauken den Sandmann treffen. Oder nur ein paar Stunden, wo Mama den Papa oder umgekehrt, ablöst für a bissl Me-Time. Und dann gelingt das Hygge-Feeling auch im trauten Heim. Nennen wirs mal Kurzzeit-Hygge! Dann trinkt man ein Glaserl Wein, oder ein Bier. Liest die Lieblings-Blogs quer, die Magazine … Buch lässt man besser aus, weil soviel Zeit bleibt nicht, um den Anschluss nicht zu verlieren. 😉 Weil, so schnell wie einen der Sandmann manchmal ablöst, so schnell ist der Blender dann auch schon wieder auf seiner Wolke zurück. Verständlich … er will ja auch mal chillen!

Um mehr Hygge in den Alltag zu bekommen, hab ich für mich ein paar Strategien entwickelt:

  1. Die Zeit zwischen dem Sandmann-Date der Kinder und dem Sandmann-Date der ELTERN ist HEILIG und soll hyggelig sein. Also ab dem Moment, ab dem wir die Kinderzimmertür von außen schließen, und idealerweise nichts mehr für den Broterwerb erledigen müssen/sollen/dürfen.
  2. Jedes Abendessen zu zweit (also nur die Erwachsenen) ist hyggelig … wir machen da aber keinen Pahöö draus, denn die Kinder dürfen trotzdem mit unserer Gesellschaft beim Essen rechnen … sollten aber von unserem Plan keinen Wind bekommen, dass Mama und Papa später noch was Essen wollen/werden.
  3. Ich genieße die Zeit, wenn die Kinder bei der Tagesmutter oder im Kindergarten sind. Und ich genieße auch, wenn ich mich in Ruhe um den Haushalt kümmern kann. Voll hyggelig!!! Da geht sich nämlich auch ein heißer Kaffee aus … oder ein Frühstück ohne 17x aufstehen … ja. Und vielleicht geht sich auch irgendwann mal wieder regelmäßiges Bloggen aus.
  4. Meine #mamaundbubontour Runden sind hyggelig. Er schläft meistens eine Stunde friedlich im Wagerl (solang er sich noch chauffieren lässt) – und ich darf eine Stunde meinen Gedanken nachhängen, telefonieren, nix denken.
  5. Auch meine #mamaundmädlontour Aktivitäten sind hyggelig. Zwar aktiver, aber dennoch hyggelig. Wir unternehmen Mädls-Sachen, mal Shoppen, mal Kakao-trinken, mal Kuchen-essen, mal zum Heurigen, mal Beauty, mal eine Nachtwanderung, mal basteln, …

Aber es geht auch mit beiden zwischendurch ganz hyggelig zu.

Letzten Samstag sind wir zum Beispiel in der Früh um halb 8 mit dem Schlitten zum Bäcker gefahren, haben Brot und Milch gekauft und danach hab ich die Kinder wieder über einen Umweg zum Sonnenaufgang schauen nach Hause gezogen. Das war ein herrlich hyggeliger Moment!!! Ganz ohne Kerzen aber mit Wollhaube!

Hyggelig ists auch, wenn wir mit den Kindern im Auto unterwegs sind und beide schlafen. Schon öfter haben wir überlegt, ob wir nicht einfach irgendwo in der Pampa stehen bleiben sollen, und uns mit Dosenkaffee und Buch ins grüne Gras setzten sollen um zu hyggeln … vielleicht machen wir das ja im Sommer! Aktuell ists eher huschi!

Und was ist bei euch hyggelig …

Ich hoffe, das mit dem Alter der Kinder auch der Hygge-Modus wieder öfter Einzug hält. Kann mir diese Wunschvorstellung bitte jemand bestätigen??? Oder träumt Mama da von warmen Eislutschgern??? Oder wie holt ihr auch entspannte Hygge-Momente in den Alltag? Impulse werden gerne entgegen genommen!

In diesem Sinne …

4 Kommentare

  1. Für mich bedeutet hyggelig ja auch schon Technik-Sch… am PC in Ruhe machen 😉

    Bei und ist das Thema “hyggelig” noch nicht so in den Köpfen der Kids verankert – also zumindest sind wir nicht am gleichen Nenner, während ich – natürlich in beiger Strickware – ganz grazil auf der Couch schöne Loungemusik hören würde und meinen hochintellektuellen Gedanken nachschweifen würde (du siehst alles im Konditional), verstehen die Kinder (UND der Mann) darunter: Polsterschlacht auf der Couch vor laufendem Fernseher und zwischenzeitliches Einsauen mit diversen ungsunden Zeug ebendieser… ach ja und die Lautstärke…. die Lautstärke aaahhhh.

    In 10 Jahren dann, aber dann hoassts a nimmer so… 😉 glg Uli

    • Oh du arme uli!!! Nicht mal den göttergatten als verbündeten beim hyggelen … ähhh tschillen? is er NORDtiroler???

      • Ja, voll der NORDTiroler, eingeborener Stubaier – das ist die Königsdisziplin 😉 Ganz schlimm ist Schirennen im TV – da geht er ab wia a Zapfl… i versuch ihm eh zu erklären, dass ihn da Kristofferson und wie sie alle heißen, nit hören können 😉

        • holla, ein richtiger eingeborener also! da lob ich mir die f1-saison (nein, kein italiener – ein favoritner!) … da ist das gebrüll zwar überschaubar, dafür ist mir zsnnnnnnnn zsnnnnnn ein treuer tinitus-garant! hab einen guten tag liebe uli! 😉

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