brennpunkt.

wieder ein paar tage her, mein letzter beitrag. in der zwischenzeit haben wir wieder einiges erlebt … und wieder viel zum nachdenken bekommen. deshalb schreib ich heute einmal zur abwechslung über vergangenes – über berufliches. weil man auch in der karenz gelegentlich über das leben nach der karenz nachdenkt – und so seine vorstellungen hat (oder auch nicht), wie es danach denn im lebenslauf weiter gehen soll.

ich bin eine die gerne für die arbeit brennt. ich arbeite gerne für unternehmen und projekte, für die es wert ist zu brennen. ich hatte viel glück in den letzten 15 jahren, habe wirklich eine abwechslungsreiche und spannende berufliche laufbahn hinter mir und würde mir wünschen, dass es nach der karenz genauso interessant weiter geht! darf man heutzutage noch ansprüche an einen job haben?überhaupt wenn man nach der karenz in das unternehmen zurück gehen möchte? wie schaut das leben im alten job nach so einer „auszeit“ aus? hat man anrecht darauf, seine alten aufgaben wieder zu übernehmen oder wurde in der zwischenzeit schon für adäquaten ersatz gesorgt? schafft man den wiedereinstieg zu den ursprünglichen konditionen oder muss man sich auf neue rahmenbedingungen einlassen? und – wie sieht das ganze „systemisch“ aus? wo stehe ich – wo stehen meine kollegen, vorgesetzte, was ist neu, was ist alt, wie passe ich da „wieder“ rein und möchte ich das überhaupt? in meiner ausbildung zum systemischen coach gehörten genau solche themen zu den klassischen beispielen aus der praxis. und jetzt bin ich selbst ein fall für den coach! coach dich selbst – ist aktuell die devise! zeit hab ich ja genug … und zum nachdenken sowieso!

aber ganz unabhängig dazu (also zu den zukunftsfragen), was waren denn in der vergangenheit die themen, die einem im job beschäftigt haben (ganz unabhängig vom „tun der arbeit“)! jetzt wirds kompliziert … aber: warum brennt man für einen job? was macht ein unternehmen zu einem brennens-werten? und wann hat sichs ausgebrannt – ganz ohne burn-out?

im geiste bin ich meine verschiedenen „lebensabschnitt-berufe“ durchgegangen und habe reflektiert … und folgendes festgestellt. es gibt für mich 2 gründe in einem job zu brennen (unabhängig von meinen fähigkeiten und kompetenzen einen arbeit auszuführen):

INHALTE oder DIE SACHE oder DAS KERNGESCHÄFT… man brennt für inhalte (oder die sache oder das kerngeschäft)! hat man einen job/projekt gefunden, bei dem einen – sagen wirs pathetisch – das herz aufgeht, wenn man wunderbare inhalte vermitteln kann, dann wird vieles nebensächlich! kann man es sich leisten, arbeitet man auch zu geringem salär und überdurchschnittlich viel – und freut sich über die anderen früchte, die so eine arbeit abwirft. manchmal (oder öfter) kann man sich herzens-job längerfristig jedoch nicht leisten (nicht nur finanziell!) deshalb enden viele herzens-karrieren oft viel zu früh und die vernunft, das sicherheitsbedürfnis oder der bankbetreuer siegen  – weil von irgendwas muss man ja auch leben und das minus am konto verkleinern bzw. auf steinhof (lmgtfy) will man auch nicht landen! es gibt natürlich auch herzens-karrieren mit finanz-eins-plus-mit-sternchen! da happerts dafür zwischenmenschlich. auch in diesem fall siegen oft die inhalte – und man arrangiert sich einfach irgendwie mit den komischen typen im büro … beispiele und gründe, warum man für inhalte brennt und oft mehrere augen bei den „nebengeräuschen“ (von denen es mindestens genauso viele beispiele gibt!!) zudrückt, gibt es sicher ausreichend!

ich bin eine von der sorte, die wahnsinnig gerne „brennenden“ projekten nachgeht … auch mit dem wissen, anderswo zurück stecken zu müssen.

KOLLEGEN oder DAS TEAM oder NEUE FREUNDE … ich bin kein einzelkämpfer und auch kein einzelgänger! ich arbeite gerne mit menschen und für menschen. und ich tausche mich gerne aus, stimme mich ab, diskutiere und philosophiere über die dinge die ich mache bzw. zu machen sind. es gibt genauso grenzen (in den kompetenzen, …)  und gelegentlich sind entscheidungen zu treffen, die mir, dem einen oder anderen nicht passen, aber auch das gehört dazu. aber wenn die zusammenarbeit mit den kollegen und im team stimmig ist, dann wird an einem strang gezogen … egal ob man einer meinung ist oder nicht. man muss nicht alles selbst wissen … und der know-how-austausch mit kollegen und im team ist für mich ein wichtiges kriterium um meinen job gut zu machen und gemeinsam erfolg zu haben. nicht selten werden aus kollegen freunde … (an dieser stelle ein danke an jenewelche … die wissen es!)

einfach ists trotzdem nicht immer. deshalb gibts noch einen punkt der wesentlich zum konstanten „brennen für ein werk“ beiträgt.

die KOMMUNIKATION. den spruch „reden ist silber, schweigen ist gold“ würde ich selten für das arbeitsleben unterschreiben. sicher – es gibt natürlich momente in denen man sich lieber auf die zunge beißt, als laut zu machen … aber generell sollte man (glaube ich zumindest) sich für den klassischen mittelweg entscheiden. er erleichtert ungemein … macht vieles leichter, einfacher, erfolgreicher, klarer, schneller, entspannter, gemeinsamer, einmaliger, beständiger, nachhaltiger, wertvoller, brennender …

ich bin schon neugierig, wie es im nächsten september weiter geht! wie bereits erwähnt … ich coach mich mal selbst!